
Die preisgekrönte Transformation der Wohnbauten Cité du Grand Parc in Bordeaux, realisiert vom französischen Büro Lacaton & Vassal in Kooperation mit Frédéric Druot und Christophe Hutin, zeigt beispielhaft, wie sozialer Wohnbau durch minimale Eingriffe aufgewertet werden kann. Die drei Wohnblöcke aus den 1960er-Jahren mit insgesamt 530 Wohnungen wurden saniert und durch eine vorgesetzte, durchlässige Fassade aus Polycarbonatplatten ergänzt. Dadurch konnte zum einen mehr Wohnfläche geschaffen werden, da der Zwischenraum als Wintergarten dient. Zum anderen verbesserte der Pufferraum die Wärmespeicherfähigkeit und Energieeffizienz des Gebäudes. Auch die Identität der großformatigen Wohnblöcke wurde durch die bauliche Veränderung positiv beeinflusst, ohne die bestehende Bausubstanz grundlegend zu überformen.
Das Projekt ist ein wegweisendes Beispiel für eine gelungene Aufwertung einer vielfach verbreiteten und meist wenig geschätzten Wohntypologie der Nachkriegsmoderne. Angesichts des steigenden Sanierungsbedarfs bei diesen Bauten konnte durch den Umbau eine wirkungsvolle Alternative zum Abriss aufgezeigt werden. Grand Parc wurde mit dem Mies van der Rohe Award ausgezeichnet, vielfach publiziert und hat nicht zuletzt zahlreiche Nachahmerprojekte inspiriert.
Schlagworte: sozialer Wohnbau, Transformation, Transparenz
Fotograf: Philippe Ruault philippe.ruault@numericable.fr